
Warum wir unsere IPX4-Heizgeräte in einer Kammer mit hoher Feuchtigkeit und hohen Temperaturen testen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind ein Albtraum für Elektronikgeräte. Durch Dampf, versehentliche Spritzer sowie ständige Schwankungen zwischen extrem kalten und saunawarmen Temperaturen ist es dort äußerst schwierig für die Heizelemente zu funktionieren.
Auf der Spezifikationsliste steht „IPX4“. Das bedeutet im Grunde, dass das Gerät Spritzwasser aus allen Richtungen standhalten kann. Doch eine Angabe auf einem Blatt Papier sagt nichts darüber aus, ob das Gerät tatsächlich drei Jahre lang in einem echten Badezimmer überleben kann. Deshalb testen wir jede Charge von Infrarotlampen in einer Kammer mit hoher Feuchtigkeit und hohen Temperaturen. Wir wollen den Punkt finden, an dem das Gerät versagt – und zwar bereits in unserem Labor, noch bevor das Gerät in den Deckenbereich des Kunden installiert wird.
Feuchtigkeit ist wirklich ein Problem. Flüssiges Wasser lässt sich leicht ausschließen, aber Wasserdampf dringt überallhin ein. Der Dampf gelangt in das Gehäuse und setzt sich auf den elektrischen Kontakten ab. Dadurch entstehen Leitpfade, über die der Strom fließen kann. Schließlich versagt das Gerät – ein Schaltkreis bricht zusammen und die Lampe geht kaputt.
Um das zu verhindern, platzieren wir die Geräte in einer Kammer mit hoher Feuchtigkeit und erhöhen dort die Temperatur. Damit simulieren wir mehrere Jahre voller Duschen in wenigen Tagen. Wenn die Abdichtung auch nur etwas schlecht ist, versagt das Gerät sofort.
Außerdem spielt die Hitze selbst eine Rolle. Infrarotlampen werden unglaublich heiß. Wenn man diese Hitze mit einer feuchten Umgebung kombiniert, findet die Oxidation viel schneller statt. Wir achten darauf, ob es an den Anschlüssen zu Korrosion kommt, und prüfen außerdem, ob die Dichtungen verschlissen sind. Eine Gummidichtung mag am Anfang noch perfekt aussehen, doch nach 500 Stunden Heizen und Kühlen kann sie schrumpfen oder Risse bekommen. Wir suchen nach diesen kleinen Problemen, bevor sie zu größeren Problemen werden.
Natürlich muss hier ein Gleichgewicht gefunden werden. Wenn wir die Abdichtung zu stark gestalten, um die Feuchtigkeit auszuschließen, bleibt die Hitze im Inneren des Geräts stecken. Wenn wir die Wasserdichtigkeit hingegen überbewerten, werden die internen Elektronikkomponenten beschädigt. Es handelt sich dabei um ein gefährliches Gleichgewicht. Wir brauchen zwar den IPX4-Schutz, aber gleichzeitig auch ausreichende Belüftung, damit das Gerät nicht alle zehn Minuten abgeschaltet werden muss. Es erfordert etwas Anpassung, aber es lohnt sich. Wir würden lieber hundert Geräte in unserem Labor zerstören, als dass eines von ihnen bei Ihnen versagt.